Montag, 1. Juli 2013

BUK

Zu meinem Geburtstag schenken mir Freunde
439 Gedichte von Charles Bukowski.
Wahrscheinlich, weil ich H zu seinem vor fünf Jahren
mein Long Poem schenkte und gleich auch noch vorlas vor allen Leuten,
große Fete in B,
sein Freund der Landrat(ex) A war auch da.
Sein Nachfolger ex-Landrat G
hat heute hingeschmissen als Senator in Hamburg.
Sie hauen alle in den Sack, die Politiker,
haben keinen Bock mehr auf unlösbare Probleme,
wollen auch fressen, saufen und ficken wie der grölende Mob,
dicken Job in der Wirtschaft, mal richtig Kohle machen.
Ach ja, das Long Poem. All that Jazz.
Immer nur Thema eins, Männer und Frauen und daß es nicht klappt.
Und jetzt Bukowski - da war doch was.
Diese Dreckfresse von einem Dichter. Damals vor 4O Jahren.
Alle tönten damals. Sowas Geiles, unbedingt lesen.
Besonders meine Freundin M hörte nicht auf davon.
Bis ich mir das Buch kaufte -
"Gedichte, die einer schrieb, bevor er im 8. Stock aus dem Fenster sprang".
1977 war das. Ein gewisser H deklamierte ihn rauf und runter im FZ
und bepißte sich, weil er es selber nicht geschrieben hatte.
Es nicht brachte.
Und wollte bei M landen. Nix da.
Jahre später war M's Geheimtip Tom Waits
und die Filme von Jim Jarmusch.
Sie machte dann alles auf dem Theater,
pinkelte nackt auf die Bühne und ging ziemlich aus dem Leim,
bis alle Geheimtips ausgespielt waren.
Suche und kriege mir den Band her,
Mann Bukowski.
Poems of a Dirty Old Man,
ja, das gefällt. Das bin doch ich. Seit Jahren nennen sie
mich so, weil ich gerne jüngere Frauen und Mädchen ficke,
denken sie - und ahnen nicht, daß ich es wirklich mache.
Ein ganz gewöhnlicher alter versauter Drecksack.
Da steht "Great poets die in steaming pots of shit"
und
"Wirklich, zu den schauderhaftesten Dingen
gehört es, Nacht für Nacht
im Bett zu liegen
mit einer Frau
die man nicht mehr pimpern will"
Gut der Mann - vor 40 Jahren, vielleicht.
Meine dünne Sechswochengeliebte
will nichts mehr von mir, sie gibt mir
artig Pfötchen - wegen der Leute, meint sie,
daß niemand was merkt -
aber da war niemand, weit und
breit keine Menschenseele, nur wir zwei.
Sie schenkt mir junge Hühnervögel,
damit ich keine Zeit mehr finde,
ans Vögeln zu denken
und sie in Ruhe lasse in
ihrem Reihenhaus und nicht mehr
ans Meer fahren kann,
das BUK sowieso Scheiße findet.
Wochenlang konnte sie nicht genug kriegen von
mir und meinem Schwanz.
Thema durch.
Ich bin ein Mann
und sie eine Frau.

Und während ich das hier runterhacke, geht mir Musik durch den Kopf "Aus Holbergs Zeit" von Grieg und ein Vers von Poe's "Annabell Lee", gesungen von Joan Baez und die Zeile "...daß mein Leben ein Ziel hat", aus dem Requiem von Brahms - alles gleichzeitig.
© UL – hofkunst 2010

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